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Osteopathie bei Babys und Kindern

Aktualisiert am Lesezeit etwa 3 Minuten

Kaum ein Bereich der Osteopathie wächst so stark wie die Behandlung von Säuglingen. Viele Eltern hören in der Krabbelgruppe davon. Hier steht, was dahintersteckt, was belegt ist und wie Sie Ihr Kind schützen.

Wofür Osteopathie angeboten wird

Häufige Anlässe sind ein Baby, das viel schreit, Probleme beim Stillen oder Trinken, eine Vorzugshaltung des Kopfes, ein abgeflachter Hinterkopf, Unruhe und Schlafprobleme. Oft fällt auch der Begriff „KISS-Syndrom“, eine angebliche Störung im Bereich der oberen Halswirbelsäule, die in der Kinderheilkunde nicht als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt ist.

Bei älteren Kindern geht es eher um Haltungsprobleme, Kopfschmerzen oder Beschwerden nach Stürzen.

Was Studien zeigen

Die Studien zur Osteopathie bei Säuglingen sind klein, oft ohne gute Vergleichsgruppe und von geringer Qualität. Übersichtsarbeiten finden keinen überzeugenden Nachweis, dass Osteopathie bei Schreibabys oder Koliken besser hilft als Abwarten. Die meisten Schreiphasen bessern sich ohnehin bis zum dritten oder vierten Lebensmonat. Wer in dieser Zeit eine Behandlung beginnt, sieht deshalb fast immer eine Besserung, egal was gemacht wird.

Fachgesellschaften der Kinder- und Jugendmedizin raten zur Zurückhaltung, vor allem bei Techniken an der Halswirbelsäule von Säuglingen. Eine Übersicht über die Forschung insgesamt bietet der Beitrag zur Studienlage.

Sanft heißt nicht immer harmlos

Die meisten Techniken bei Babys sind sehr leicht und dürften kaum schaden. Riskant sind ruckartige Bewegungen am Kopf oder an der Halswirbelsäule. Die sind bei Säuglingen nicht angebracht. Es gibt Einzelberichte über schwere Komplikationen nach manueller Behandlung von Säuglingen, vor allem bei Impulstechniken.

Das größere Risiko ist auch hier ein indirektes: Hinter einem Baby, das untröstlich schreit, schlecht trinkt oder nicht zunimmt, kann eine Erkrankung stecken, die eine Ärztin erkennen muss. Bei Fieber, Erbrechen, Trinkschwäche, Gewichtsverlust oder auffälliger Schläfrigkeit gehört ein Baby sofort zur Kinderärztin.

Was bei Schreibabys außerdem hilft

Schreibabys bringen Familien an ihre Grenzen. Unterstützung gibt es bei Hebammen, Kinderärzten und spezialisierten Schreiambulanzen, die es in vielen Städten gibt. Dort geht es um Schlafrhythmus, Reizreduktion, Entlastung der Eltern und das Erkennen von Ursachen. Das ist oft hilfreicher als jede Einzelbehandlung, weil es die ganze Familie in den Blick nimmt.

Bei einer Kopfschiefhaltung oder einem abgeflachten Hinterkopf helfen vor allem Lagerung, Bauchlage unter Aufsicht im Wachzustand und gegebenenfalls Physiotherapie. Ihre Kinderärztin kann einschätzen, ob mehr nötig ist.

Kosten bei Kindern

Einige Krankenkassen zahlen Zuschüsse auch für Kinder, mit denselben Voraussetzungen wie bei Erwachsenen, also meist einer vorherigen ärztlichen Bescheinigung. Details stehen unter Kosten und Krankenkasse. Wie Sie eine qualifizierte Praxis finden, erklärt der Beitrag Osteopathen finden.